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28.03.2012 erstellt von: Holger Jeuck


GPS - Ein kleiner Wegweiser (Apple OS X)

GPSMap62 am Rad.JPG

Früher nahm man eine Karte und eventuell noch einen Kompass sowie sein Orientierungsvermögen mit und fuhr oder lief los.

Heute schleppt man elektronische Geräte mit sich herum, in der Hoffnung, nicht vom rechten Wege abzukommen. Das ist dann richtig gut, wenn man Karte und Kompass daheim lassen kann. Das Orientierungsvermögen sollte man jedoch nach wie vor dabei haben. Und vielleicht ein Handy, wenn die Elektrik doch mal versagen sollte....


Nur welches GPS-Gerät darf es denn sein? Was muss es können? Wie klappt das mit der Bedienung?

Dieser Wegweiser soll als Hilfe dienen, diese – und andere – Fragen zu diesem Thema beantworten zu können.

Der Fairness halber: Aufgrund eigener Erfahrungen liegt der Schwerpunkt der Betrachtungen ein wenig auf Garmin-Geräten und Apples OS X.

Verwendungszweck/Einsatzgebiet

Zunächst einmal sollte man sich vor dem Kauf eines GPS-Gerätes überlegen, für welche „Sportarten“ man es verwenden möchte:

• Radfahren

• Wandern

• Geocachen

kommen hierbei wohl in erster Linie in Betracht.



Die nächste Frage betrifft das Einsatzgebiet:

Hessen, Deutschland und die Welt – oder kann man sich einschränken? Sollte das Gerät tatsächlich weltweit eingesetzt werden, muss das es offen sein für alle möglichen Karten bzw. Kartenformate und –quellen. Oder reicht mir ein eingeschränkteres Kartenangebot?



Routing von A nach B

Ist wohl DAS Stichwort der Stunde. Was man vom Autonavi kennt, möchte man nun doch auch beim Radfahren nicht (mehr) missen: Startpunkt bzw. aktuellen Standort, Ziel wählen und los.

Moooment. Das geht wohl schon ganz gut, braucht aber (noch) ein wenig Hirnschmalz in der Vorbereitung: Für welches Verkehrsmittel (→ Verwendungszweck) soll es sein? Habe ich die richtige Karte (→ Vektorkarte, Rasterkarte) dafür? Wie genau soll es denn sein und möchte ich darauf Einfluss nehmen können (→ Routingeinstellungen)?





Die Hardware

Die Größe des Bildschirms korreliert in der Regel deutlich mit der Gerätegröße. Das heißt, je mehr man auf dem Bildschirm sieht, desto größer ist das Gehäuse und desto höher ist meist auch das Gewicht.

In welcher Tasche möchte ich das Ding denn gerne verstauen, wenn ich es mal nicht brauche? Wo gebe ich es hin, wenn ich unterwegs bin und ab und zu drauf schauen möchte?

Wirklich groß sind die Bildschirme ja nicht. Gott sei dank ist die Auflösung meist recht hoch – hauptsächlich dann, wenn das Gerät bunte Karten verarbeiten kann. Aber Obacht: Je höher die Auflösung, desto feiner die Darstellung. Und: Meist ist dann alles auch ein wenig kleiner.



Hier kommt es dann auf die Ablesbarkeit des Bildschirms an: Spiegelt er oder ist er eher matt? Wie sind die Sichtverhältnisse bei Sonne, bei Wolken, bei Schummerlicht? Muss man die Hintergrundbeleuchtung öfter anschalten und heller drehen? Grundsätzlich gilt derzeit: Je mehr Touch, desto mehr muss man beleuchten. Schuld daran ist die „Kontaktfolie“ des Bildschirms, die „Licht schluckt“.

Wie sieht es dann noch mit dem Stromverbrauch aus?



Apropo Stromverbrauch: Mit welchen Energiequellen muss oder kann ich das Gerät denn füttern? Hat es einen „Spezialakku“, für den ich ein externes Ladegerät benötige? Der womöglich fest eingebaut ist? Manchmal passt einer der handelsüblichen Handyakkus. Zum Glück passen in die meisten Geräte zwei AA-Batterien bzw. Akkus hinein. Diese Größe gibt es eigentlich weltweit und passende Ladegeräte tragen auch nicht unbedingt dick auf in der Lenkertasche oder im Rucksack. Wer noch unabhängiger sein möchte, kann auf Radreisen sein Gerät über den Nabendynamo und ein entsprechendes Ladegerät mit oder ohne Pufferakku versorgen. Interessante (Technik-)Infos dazu gibt es z.B. unter http://fahrradzukunft.de (Ausgabe 11+12+13). Wanderer können auf Solarlader zurückgreifen – wobei man von den ganz preiswerten eher die Finger lassen sollte (Stichwort Wirkungsgrad).



Es gibt sogar noch Geräte, die keinen Farbbildschirm besitzen. Diese Geräte können dann aber auch keine der „modernen“ Karten verarbeiten. Aufgrund des hohen Kontrasts sind sie jedoch durchweg gut ablesbar und zudem stromsparend.



Bedienung! Touch oder Tasten? Ein Handy mit Tasten ist ja schon fast antiquarisch, oder!? Es kann jedoch von Vorteil sein, auf realen Tasten zu klimpern, statt einen Touchscreen zu stubsen. Selbst ohne Handschuhe ist der Druckpunkt einer echten Taste deutlicher zu spüren, als der einer virtuellen „Taste“ auf dem Bildschirm. Die echten Tasten ersp+rt man zur Not auch im Dunkeln und nach kurzer Zeit kann man die Funktionen „im Schlaf“ aufrufen. Versuchen Sie das mal auf einem Touchscreen... Hinzukommt, die Verschmutzung und die „Abnutzung“ des Bildschirms. Schutzfolie hin, Schutzfolie her. Schauen Sie sich mal Ihr Handy an, wenn Sie es einen Tag lang benutzt haben.



Zugegeben: Das Verschieben des Kartenausschnittes geht mit einem Touch besser. Auch die Eingabe von Texten ist schneller. Aber schon beim Setzen eines Wegpunktes ist die Cursorspitze präziser mit den Cursortasten gesetzt, als mit dem Zeigefinger. Schon gar wenn es kälter ist.



Darf es ein bisschen mehr sein? Die neuen Geräte bringen einen elektronischen Dreiachs-Kompass mit, dem es egal ist, wie das Gerät gehalten wird. Der barometrische Höhenmesser ist ab einer bestimmten Preisklasse ebenfalls inklusive. Ob man in einem solchen Gerät tatsächlich eine Kamera benötigt, lassen wir dahingestellt sein. Einen SD-Kartenplatz sollte das Gerät auf jeden Fall haben, damit man dort all seine Karten, Caches und Wegpunkte ablegen kann. Geht nämlich mal das Gerät in die Binsen (und lässt sich partout nicht mehr starten), sind nicht alle Daten verloren.





A la Karte: Raster oder Vektor – oder beides, oder was?

Vorteile und Nachteile:

Wenn Sie bisher mit echten Papierkarten unterwegs waren, so werden Sie sicherlich deren Detailgehalt schätzen gelernt haben.

Solche Rasterkarten können Sie auch mit einem GPS-Gerät nutzen, z.B. die TOP 50 von Magic Maps oder „spezielle“ Rasterkarten einzelner (Geräte-)Hersteller, z.B. Satmap.

Die Karten(-ausschnitte) haben jedoch eine feste Auflösung und sind nur in einem relativ kleinen Bereich scharf. Zoomt man weiter in diese Karten hinein, werden sie unscharf. Sie können das im Prinzip mit einem digitalen Foto vergleichen in das Sie mit Photoshop hineinzoomen, um einzelne Pixel zu manipulieren. Dies wäre nämlich nicht möglich, wenn das Foto immer scharf wäre. Ferner dreht sich die Karte nicht mit, wenn man sich bewegt.

Dass man die Karten in der Regel (Satmap) nicht zum Planen auf den Computer aufspielen kann, lässt sich durchaus mit online verfügbaren Karten(-tools) auffangen.



Im Gegensatz zu den Rasterkarten sehen die Vektorkarten richtiggehend aufgeräumt aus. Die meisten – oder eigentlich alle – basieren auf dem OpenStreetMap-Projekt (OSM). Ihr Informationsgehalt und Detaillierungsgrad ist je nach Region unterschiedlich.

Da es sich bei dem Projekt um ein OpenSource-Projekt handelt, kann prinzipiell jeder Informationen auf der Grundkarte einbauen und eigene Karten mit eigenen Schwerpunkten (Wanderwege, befestigte Radstrecken, Bergwanderwege etc.) erstellen.

Der große Vorteil dieser Karten ist die Tatsache, dass sie immer scharf sind, egal in welcher Zoomstufe man sie sich anschaut. Bei Richtungsänderungen drehen sie sich mit, so dass man sie z.B. immer nach Norden oder in Fahrtrichtung ausgerichtet anzeigen lassen kann.





Analog meets digital: Positionsformat, Kartenbezugssystem

Das Positionsformat gibt an, wie die Koordinaten geschrieben werden. Ausgangsbasis ist das Koordinatengitter der Erde in Grad, Bogenminuten und Bogensekunden: N 49° 0’ 50.4“. In diesem „Standard-Format“ werden z.B. auch die Koordinaten der Wegpunkte im Gerät angegeben.



Nutzt man eine Papierkarte als Planungsgrundlage, sollte man das UTM-Format im Gerät einstellen.

Das Ganze funktioniert aber nur, wenn man dann auch das richtige Kartenbezugssystem (Kartendatum) im Gerät eingestellt hat. Welches das ist, sollte auf der Karte aufgedruckt sein. Beispiel: „UTM-Koordinaten (Zone 32) bezogen auf WGS84“. Das WGS84 (World Geodetic System 1984) ist die Grundlage für das Global Positioning System und setzt sich immer mehr durch. Das GPS-Gerät ist im Normalfall auf dieses Kartenbezugssystem eingestellt, da es weltweit anwendbar.





Wie kommt die Karte auf das Gerät?

Wenn geklärt ist, zu welchem Zweck man das Gerät einsetzen möchte, macht man sich auf die Suche nach einer passenden Karte (→ Hilfreiche www-Adressen).

Danach geht es – egal welches Betriebssystem Sie verwenden – in etwa so weiter:

• Laden Sie sich eine Karte herunter.

• Entpacken Sie die Archivdatei (meist eine .exe). Manchmal stehen auch gleich die passenden Kartentypen für OS X bzw. Windows bereit. Eine gute Übersicht gibt es hier: http://wiki.openstreetmap.org/wiki/OSM_Map_On_Garmin/Download.

• Anschließend müssen Sie die entstandenen Einzeldateien zu einer „Karten-Datei“ zusammenfügen: Unter OS X verwenden Sie den gmapibuilder, unter Windows gibt es dafür im entpackten Verzeichnis eine bat-Datei. Bei diesem Schritt können oft Sie über die TYP-Datei festlegen, welchen Stile die Karte haben soll: Klassisch oder etwas „filigraner“ für die Darstellung am GPS-Gerät. Unter Windows gibt es noch die Möglichkeit, Höhenlinien einzubinden. Ob und wie das unter OS X geht, habe ich noch nicht herausgefunden.

• Die fertige Kartendatei übertragen Sie unter OS X und einem Garmin-Gerät mit dem MapManager in Basecamp (kostenlose Planungs- und Verwaltungssoftware von Garmin), anschließend mit MapInstall auf das GPS-Gerät bzw. die SD-Karte. Eine Karte wird immer! als „gmapsupp.img“ im Gerät gespeichert. Bevor Sie also weitere Karten installieren wollen, müssen Sie die vorhergehende sinnhaft umbenennen. Unter Windows kopieren Sie die Karte per drag&drop auf das Gerät bzw. besser auf die SD-Karte.



Gute Anleitungen zu diesem Thema finden sich unter anderem hier für OS X:

http://openmtbmap.org/de/tutorials/convert-maps-for-mac-os-x-roadtrip/ → Abschnitt „ Convert and Install the maps yourself using Mac OSX only“

... und für Win: http://www.velomap.org/de/tutorials/install/.





Tracks und Routen

Tracks sind selbst aufgezeichnete oder aus dem Internet heruntergeladene Wege, die man ablaufen kann. Auf dem Bildschirm des GPS-Gerätes kann man dann erkennen, ob man sich noch auf dem richtigen Pfad befindet.

Routen sind Wege, eigens geplant oder ebenfalls aus dem www, bei denen man mit Abbiegehinweisen geleitet wird. Die genaue Route hängt von den Routingeinstellungen und den Karten im Gerät ab und kann somit variieren.

Mit Basecamp kann man Tracks in Routen und umgekehrt umwandeln. Ein Track kann aus mehr Punkten als eine Route bestehen, was gerade bei längeren Strecken von Vorteil ist.

Computer-Software

Als Mac-Nutzer stand ich anfangs vor der Frage: Brauche ich wirklich noch Windows, um z.B. Karten zu installieren? Die Antwort lautet: Nein. Es geht auch ohne Win. Und das braucht man in der Regel, wenn man dann auch ein Garmin-Gerät sein Eigen nennt:

Garmin Basecamp:

Für die offline-Routenplanung und „Archivierung“ der Tracks, Routen, Wegpunkte, Geocaches (http://www.garminonline.de/karten/outdoor/basecamp/) Eine andere Software (für Mac) ist mir derzeit nicht bekannt. Satmap z.B. bietet so etwas nur online an. Unter Win kann man Quo Vadis (Touratech QV oder TTQV) einsetzen.



In Basecamp können Sie originale Garmin-Karten und OSM-Karten verwenden. Selbst Ausschnitte aus Top 25-Karten von MagicMaps (läuft dann aber unter Win) kann man unter Win zunächst auf das GPS-Gerät transferieren und dann – bei angeschlossenem Gerät - auch in Basecamp unter OS X nutzen. Ist aber von der Performance nicht so prickelnd...



Online-Angebote zum Hoch- oder Herunterladen von Tracks/Routen gibt es immer mehr. Hierzu gehören auch die Radroutenplaner einzelner Bundesländer, Portale einzelner Rad- oder Wanderwege (Bahnradweg Hessen, Rheinsteig etc.). Siehe www-Adressen.



Als OS X-Nutzer braucht man – wie bereits erwähnt – den gmapibuilder, um heruntergeladene OSM-Karten ins „Mac-Format“ zu konvertieren.

Mit dem Garmin MapManager installieren Sie die Karte in Basecamp, so dass sie dort für die Planung oder Auswertung zur Verfügung steht. Sie können in Basecamp mehrere Karten installieren und je nach Bedarf eine aktivieren.

Mit Garmin MapInstaller übertragen Sie ganze Karten oder Teile davon auf das GPS-Gerät.



Mehr braucht man – als Mac-Nutzer – eigentlich nicht.





Alles eine Frage der Einstellung

Gerade am Anfang ist man teilweise schier überfordert von der Fülle der Einstellmöglichkeiten eines, sagen wir mal GPSmap 62s. Hinzu kommt, dass die Bedienungsanleitung dieses Herstellers nicht gerade vor Ausführlichkeit strotzt und mit Hintergrundinformationen äußerst spärlich umgeht....



Insbesondere für das Routing sollte man die Seiten der (OSM-)Kartenanbieter nach spezifischen Einstellungen für das Routing konsultieren. Oder wäre Sie auf die Idee gekommen, mit dem Fahrrad Autobahnen zu nutzen?! Nein? Sollten Sie aber, da dieses Attribut bei Fahrrad-OSM-Karten meist für die (Fern-)Radwege verwendet wird. Aktivieren Sie „Autobahnen vermeiden“ – was für Radfahrer ja eigentlich logisch klingt – werden Sie in der Regel auf keinen grünen Zweig kommen.

Je nach Grundeinstellung können Sie auch zwischen der direkten Luftlinienverbindung zwischen den Punkten, der schnellsten (kürzere Zeit) oder der kürzesten Verbindung wählen.



Legen Sie für jeden Verwendungszweck ein eigenes Profil (Radfahren, Wandern, Geocachen) an bzw. verändern Sie die z.B. auf den Garmin-Geräten vorhandenen Profile. Aktivieren Sie für ein bestimmtes Profil immer nur die unbedingt erforderlichen oder die informativsten Karten. Tasten Sie sich langsam an die verschiedenen Optionen und Einstellungsmöglichkeiten heran und testen Sie deren Sinnhaftigkeit und Nutzen.



Sortieren Sie die Menüs so, dass Sie mit wenigen Tastenbewegungen an die wichtigsten Menüpunkte gelangen. Zum Glück kann man in den Menüs sowohl ab-, als auch aufwärts wandern.

Zubehör
Praktisches und Nützliches. Je nachdem, für was und wo man das GPS-Gerät einsetzen möchte:

Allgemein
• Schutzfolie für Display
• Schutztasche
• Stromversorgung für Unterwegs: Dynamoladegerät, eventuell mit Pufferakku, Ladegerät für Geräteakkus.

Für Radfahrer
• Lenkerhalter. Zur Sicherheit sollte das Gerät noch mit einem kurzen Fangseil am Lenker gesichert werden.
• Wasserdichte Tasche zur Befestigung auf der Lenkertasche.

Für Wanderer/Geocacher
• Rucksackhalterung
• Gürtelhalterung/-tasche




Bildergalerie

GPSMap62 Cache.JPGGPSMap62 Cacheauswahl.JPGGPSMap62 Kompass.JPG
GPSMap62 Routenauswahl.JPGBildschirmfoto Basecamp MaxOSX

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