Ibex 30 - Testbericht

Heute bekam unser Tester, Martin Kolb, das GPS-Gerät Falk Ibex 30. Sofort wurde es ausprobiert. Lesen Sie hier seinen interessanten Bericht über das Fahrrad-Navigations-System.

Auspacken:
Die Schachtel hat die richtige Größe für das Gerät und Zubehör. Es ist das Gerät, sowie ein Ladegerät, Beschreibung und Fahrradhalter dabei, sogar ein Imbusschlüssel.

Erster Eindruck:
Der erste Eindruck macht natürlich neugierig. Das System ist recht breit, ist natürlich schon etwas wuchtiger als die neuen Smartphones iPhone, Samsung Galaxy, etc. Es ist ja auch ein Outdoor-System, nicht ein System für die Westentasche.

Unterwegs:
Als Garmin-Benutzer und vor allem als MTB-Fahrer, bin ich es eher gewohnt, mit Tracks zu arbeiten. Daher habe ich das erstmal ausprobiert.
Bisher hatte ich immer mit dem MagicMaps-TourExplorer meine Tracks erstellt und übertragen. Obwohl der TE eine Übertragungsmöglichkeit anbietet, kam beim Ibex ein Eintrag an, aber wohl ohne Inhalt. Woran es liegt, ist schwer zu sagen.
Also, per Datei-Explorer die GPX-Datei kopiert, dann ging es ebenfalls.
Der Track kann nun ausgewählt und angezeigt werden. Das klappt unterwegs ganz gut. Die Sicht ist soweit ok. Allerdings fiel auf, daß doch einige abgelegene Wege nicht vorhanden sind. Das mag für Tourenfahrer in der Stadt noch gehen, aber im abgelegenen MTB-Bereich ist das nicht so gut. Man kann aber einen Track planen und entsprechen diesem nachfahren, das kann das Manko ausgleichen.
Der Ibex war wie für das Auto eingestellt, d. h. die Karte drehte sich in Fahrtrichtung. Für Autofahrer ist das gewohnt und vielfach gewünscht, leider gibt es an GPS-schwachen Stellen, stärkere Positionsschwankungen, so daß die Karte sich öfters hin- und herdrehte, obwohl man gerade ausfährt. In Waldregionen, beim MTB-Fahren, verliert man dabei schnell den Überblick, wenn ständig die Richtung gewechselt wird (Trails, etc.). Beim Umstellen auf genordete Karte hat man diese Probleme nicht mehr.

Beim Garmin Oregon ist das Routing leider nicht so toll, daher ist das beim Ibex vor allem von Interesse. Die Bedienung ist sehr einfach, ist ähnl. vielen Autonavigationen, z. B. TomTom oder Navigon nachempfunden. Für Autofahrer, die gelegentlich Radfahren, fällt der Umstieg dabei nicht schwer. Die Auswahl zum Routing ist gut gelungen, einfach Adresse eingeben. Das geht sehr schnell und einfach, da nur die Buchstaben zur Auswahl stehen, für die es Orte/Straßen gibt. Weiterhin kann angegeben werden, wie die Navigation erfolgen soll: per Fahrrad oder zu Fuß, ob man Straßen, Radwege, Steigungen, etc. meiden oder verwenden soll. Damit kann man gute Anpassungen durchführen. Ist die Berechnung nach 30-60 Sekunden durchgeführt (dauerte leider immer etwas länger), können noch weitere Alternativ-Routen berechnet werden. Für die Berechnung der 2 weiteren Routen, muß man nochmals 30-60 Sekunden warten. Wer es also eilig hat, muß das schon vorab tun.
Das Routing klappt soweit gut, es kommt auch immer eine Sprachdurchsage. Der Hersteller hat aber versucht, wie beim Autorouting umzusetzen, allerdings ist das nicht immer geglückt:
- im Wald: folgen Sie der Straße weiterhin 1 km … im Wald klingt das sehr verwunderlich
- vor dem Kreisverkehr: Fahren Sie in den Kreisverkehr und benutzen die 2. Ausfahrt … statt: fahren Sie im Kreisel geradeaus (sinnvoll bei einem kleinen Kreisel; Radfahrer sehen das nicht so als Kreisverkehr, gegenüber dem Autofahrer)
- biegen Sie in 150 m links ab … dabei fährt man nochmals an 1 oder 2 Straßen vorbei, ist sehr verwirrend.
- vielfach wird auch ein rechts-Abbiegen angekündigt, obwohl der Weg erstmal links abknickt.
Wer das Routing verläßt, dann ist der Ibex doch sehr hartnäckig. Es kann schon 3-4 km dauern, bis der Ibex einen anderen Weg berechnet.

Ein weiterer Praxistest, ist einfach die Wegeaufzeichnung beim MTB-Fahren. Viele fahren einfach in der Gegend herum, möchten die Wege aber aufzeichnen, um sich dies später anzuschauen. Als Vergleich stand die OpenStreetMap-Karte auf dem Oregon 550t zur Verfügung. Beim Ibex fiel auf, daß vielfach der Pfeil sich auf die Straße zubewegt, obwohl man abwärts auf einem Trail fährt. Trails und kleine Verbindungswege, fehlen vielfach. Ansonsten ist die Genauigkeit, wie bei anderen Systemen, manchmal direkt auf dem Weg, manchmal daneben, je nachdem wie gut der Satelliten-Kontakt ist (z. B. wegen vielen Bäumen).
Etwas negativ fiel auch auf, daß viele Wald- und Feldwege, wie Straßen dargestellt werden, man kann kaum den Unterschied erkennen.

Wenn man solche Nettigkeiten akzeptiert, ist das Navigieren für Tourenfahrer gut geeignet. Als MTB-Fahrer empfehle ich allerdings mit Tracks zu arbeiten, da einerseits viele Wege fehlen, andererseits man eh anders fährt.



Bildergalerie

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