Montana 600 - Testbericht

Ich packe das Montana 600 aus und wow. Was für ein riesiges Display. Habe nun div. GPS-Geräte für das Fahrrad gesehen, aber das ist wirklich gigantisch.
Die Neugier wurde größer.
Also, Akku rein und eingeschaltet. Das Display ist wirklich groß. Gleich mal die Karte angeschaut, leider etwas ernüchternd. Die Basis-Karte ist schon sehr mager. Nicht tragisch, habe noch die TOPO2012 von Garmin. Also wieder ausgeschaltet, Micro-SD-Karte eingesteckt und wieder eingeschaltet. Wow, die Karte ist eine Wucht. Da scheint wirklich jeder Weg drin zu sein.
Also, gleich mal einiges damit experimentiert.
Einen Fahrrad-Halter hatte ich auch, der sah sympatisch aus, schön mit Schrauben, also leicht wechselbar für Radwechsel.
Gleich montiert und losgefahren. Die Karte ist wirklich gut, hatte auch guten GPS-Empfang.
Auf Fotos mag zwar das Display etwas verspiegelt auszusehen, aber den Eindruck hatte ich nicht. Die Karte ist sehr groß, man sieht wirklich sehr viel und hat einen großen Umblick durch das große Display.

Wie sind aber die sonstigen Funktionen ?
Routing:
Also, gleich mal Routing ausprobiert. Welche Strecke wird mir zur Arbeit angeboten ? Immer eine gute Referenz. Leider versagte das Montana da gleich, sagte, könne keine Berechnung durchführen.
Nach etwas rumspielen hatte ich gesehen, es war auf Luftlinie eingestellt, auch nicht glücklich. Das Montana ist wohl für viele Gruppen ausgelegt: Wandern, Auto, Motorrad, Geocaching, und auch Fahrrad, etc.
Also, festgelegt. Dann mal eine kürzere Route berechnen lassen. Naja, ich bekam ein Routing hin, aber glücklich wurde ich nicht. Da habe ich besseres Routing gesehen, z. B. beim Falk. Alternative Routings gab es keine, die Faktoren müssen fest eingestellt werden, nicht individuell für jede Route. Das ist also nicht die Stärke vom Routing.
Es gibt allerdings noch die Funktion der Routenplanung. Damit kann man dann eine Art Track erstellen, d. h. div. Wegepunkte setzen und das Montana berechnet dazwischen selber den Weg. Das hatte ich allerdings nicht ausprobiert.

Im Gelände:
Ok, ich bin MTB-Fahrer, ich fahre da selten mit Routing, eher mit festen Tracks. Das war schon was anderes, als Routing. Die Karte ist top, da war jeder Weg drin. Da gab es nichts zu meckern. Normalerweise fahre ich immer mit genordeter Karte, da die GPS-Geräte immer zu sehr hin- und herschwanken. Beim Montana war das anders. Ich fuhr i.d.R. immer mit der Karte in Fahrtrichtung. Das klappte richtig gut. Wenn ich den Lenker gedreht hatte, drehte sich die Karte mit, natürlich mit einer kleinen Verzögerung, aber klappte gut. Das hatte ich bei anderen Geräten bisher vermißt.
Die GPS-Genauigkeit fand ich gut, bekam immer eine korrekte Anzeige, auch im dichten Wald.
Durch das große Display konnte ich auch die Datenfelder anzeigen lassen und sah immer meine Geschwindigkeit, Tempo, hm und Uhrzeit. Diese Datenfelder können frei gewählt werden. Ich fand alles, was ich wollte. Es gibt enorm viele Einstellmöglichkeiten.

Bei Regen:
Bei Regen sammelt sich dieser leider im Display, da dies wie eine Wanne aufgebaut ist. Beim Wegwischen des Regenwassers, führt man natürlich eine Tastenbewegung aus und so kann man die Karte verschieben, Wegepunkte setzen, etc. was man ggf. nicht will. Allerdings besteht die Möglichkeit, eine Tastensperre zu aktivieren, um dem Problem zu entgehen.

Akkuzeit:
Ich war mehrere Stunden unterwegs, es gab nie Probleme mit dem Akku.
Es ist ein Akku-Block dabei, der durch ein Ladegerät direkt im Montana aufgeladen werden kann. Das Montana kommt auch mit 3 AA-Akkus aus, also sollte der Akku-Block leer werden, gibt es Ersatz, notfalls mit gekauften Batterien/Akkus.

Sonstige Funktionen:
Das Montana kann auch als Stoppuhr verwendet werden, z. B. zum Joggen, wie lange man braucht. Man bekommt auch gleich die gemessene Entfernung an. Es wird dabei auf die Stoppuhr beschränkt, die Karte ist nicht dargestellt.
Es gibt auch einen Kalender, aber wofür man den beim Navi benötigt, ist mir nicht klar. Dafür habe ich mein Smartphone (ok, wenn es keiner hat, mag das Sinn machen).
Interessant mag die Funktion Sonne und Mond sein, also wann diese auf- und untergehen. Das kann wichtig für lange Touren sein, ab wann mit Licht am Rad zu rechnen ist.
Die Funktion Jagen und Angeln ist eher für andere Gruppen gedacht. Die Funktion Mann über Bord ist auch eher für Wasserfahrzeuge gedacht.

Das Gerät kostet ca. 400 Euro (Oktober 2012), ohne TOPO-Karte. Es gibt auch höhere Varianten mit Kamera, ggf. mit vorinstallierte Karte, aber nur 1:100000. Solche eine Variante würde ich nicht empfehlen, denn mit einer Auflösung 1:100000 sieht man fast nichts, für die Radtour ist das nicht notwendig.
Die Kamera ist nur dann von Interesse, wenn man die GEO-Tags benötigt. Ich empfehle lieber eine separate Kamera mitzuführen, denn beim Radfahren nimmt man i.d.R. das Gerät nicht ab, um Fotos zu machen.

Fazit:
Wer ein Garmin-Gerät bereits hat, der ist vom großen Display bestimmt begeistert. Das kostet aber schon etwas Gewicht. Wer gutes Routing benötigt, da er ständig viele verschiedene Orte anfährt, der sollte andere Geräte sich näher anschauen.
Wer im Gelände unterwegs ist und einem Track nachfährt, wird vom Montana bestimmt begeistert sein.
Ich würde meine Oregon 550t gerne sofort gegen das Montana 600 tauschen, obwohl ich dann keine Kamera hätte.
Die Halterung für das Rad finde ich supergut.

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